Rürup Rente – Basisrente

Rürup Rente im Jahr 2015: Lohnt sich die Basisrente?

Die Basisrente, umgangssprachlich besser als Rürup Rente bekannt, könnte man auch heute noch als den kleinen Bruder der Riester Rente bezeichnen. Sprich: Sie führt eher ein Schattendasein neben der weitaus beliebteren Variante der staatlich geförderten Altersvorsorge. 16 Millionen Riester-Verträge zählten die Statistiker bis September 2014. Dem gegenüber stehen gerade einmal knapp unter 2 Millionen Deutsche, die über eine Rürup Rente zusätzlich vorsorgen.

Der Begriff Basisrente ist ohnehin ein wenig irreführend. Von Anfang an war das Konzept des Professor Bert Rürup nicht an die breite Masse, sondern hauptsächlich an Selbstständige und Freiberufler gerichtet, die nicht zwingend in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen und auch keinen Anspruch auf die Riester Rente haben. Daher wurde 2005, vier Jahre nach Einführung der Riester-Rente, mit der Rürup Rente eine Alternative für diese Zielgruppe geschaffen. Bert Rürup war seinerzeit unter der Regierung von Kanzler Schröder übrigens Vorsitzender der Kommission für Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme.

Die Basisrente bietet also die Möglichkeit, den Staat an der privaten Altersvorsorge zu beteiligen. Dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreicht, um im Alter den aktuellen Lebensstandard beizubehalten, ist längst kein Geheimnis mehr. Durch das RV-Nachhaltigkeitsgesetz aus dem Jahr 2004 sinkt das Rentenniveau von derzeit 48,3 Prozent bis zum Jahr 2025 weiter ab auf 46,2 Prozent. Daher weisen Verbraucherschützer übereinstimmend darauf hin, dass es wichtig ist, sich zusätzlich selbst abzusichern. Ob die Rürup Rente allerdings die beste Form der privaten Altersvorsorge, ist unter Branchenexperten deutlich umstrittener. Eine pauschale Ablehnung der Basisrente wäre aber genauso falsch wie eine generelle Empfehlung. Schließlich kommt es bei der Altersvorsorge auch immer auf das eigene Einkommen, die Lebenssituation und die Anforderungen an die Flexibilität an.

Deshalb beschäftigen wir uns in diesem Beitrag sowohl mit den Vorteilen als auch mit den Nachteilen der Rürup Rente. Unser Team von rss-versicherung.de erklärt darüber hinaus auch, für wen sich die staatlich geförderte Basisrente besonders bezahlt macht. Die steuerlichen Vorteile veranschaulichen wir zudem durch Rechenbeispiele und stellen schließlich die besten Anbieter vor, die in den Rürup Renten Tests überzeugt haben.

Rürup-Rente: Klassisch oder fondsgebunden?

Zunächst möchten wir aber die unterschiedlichen Formen der Basisrente vorstellen. Die Rürup Rente wird in verschiedenen Varianten angeboten, so dass sowohl konservative als auch risikofreudige Sparer die passende Police finden können. Neben der klassischen Rürup Rente und der fondsgebundenen Alternative stehen auch noch Mischformen zur Verfügung. Diese relativ neuen „Hybrid“-Formen sollen an dieser Stelle aber nicht thematisiert werden.

Die klassische Rürup Rente findet in der Bevölkerung den größeren Zuspruch. Gerade nach den Erlebnissen der Finanzkrise schätzen viele Bürger feste Zusagen ohne jegliches Risiko. Dafür verzichten sie auch auf die Aussicht auf größere Renditen. Die Zinsen sind bei klassischen Tarifen über die gesamte Laufzeit garantiert. Wer derzeit einen Vertrag abschließt, erhält 1,25 % garantiert. Durch die anhaltende Niedrigzinsphase könnte der Zins bei den Neuverträgen allerdings 2016 oder 2017 auf 1,00 Prozent sinken. Zusätzlich zu dieser Garantie kommen noch Überschüsse hinzu, die aber nicht sicher gewährt werden und daher als Bonus verstanden werden sollten. Je höher die Finanzstärke des Unternehmens, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kunden von Zeit zu Zeit mit einer Extrazahlung belohnt werden.

Risikofreudigere Sparer haben die Aussicht auf höhere Renditen. Bei der fondsgebundenen Basisrente hängt die Höhe der Rente fast ausschließlich mit der Entwicklung von Investmentsfonds zusammen, in die die Beiträge investiert werden. Das bringt eine deutlich geringere Sicherheit mit sich als bei der klassischen Variante. Deshalb ist es wichtig, dass es einen garantierten Rentenfaktor pro 10.000 Euro Fondsguthaben gibt, der für das Alter zumindest einen Teil absichert. Die Entscheidung für einen bestimmten Fonds kann der Kunde übrigens allein oder auf Empfehlung des Versicherers treffen.

Die Rürup Rente steht außerdem nicht nur in diesen beiden Formen, sondern auch in Kombination mit zusätzlichen Bestandteilen zur Verfügung. Für eine zusätzliche Absicherung der Hinterbliebenen müssen Versicherte aber oftmals ordentlich draufzahlen. Da die Rente nicht übertragbar ist, muss die finazielle Ausschüttung an Kinder oder den Partner nämlich extra vereinbart werden (mehr dazu in unserer Übersicht der Vor- und Nachteile).

Eine weitere zusätzliche Möglichkeit ist die Kombination mit einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) halten Verbraucherschützer neben der Haftpflicht für die wichtigste Police überhaupt. Kombi-Produkte aus Basisrente und BU sind steuerlich vergünstigt, solange die Rürup Rente mindestens 50 Prozent der Prämien ausmacht. Der Bund der Versicherten äußert sich jedoch kritisch zu einer verbundenen Rürup Rente mit Berufsunfähigkeitsversicherung. Solche Policen sind nach Einschätzung des größten Verbraucherschutzbundes des Landes nur sehr unflexibel – deshalb empfiehlt der BdV, beide Formen zu trennen. Dass heißt aber nicht, dass die Verbraucherschützer den Abschluss einer eigenständigen Rentenversicherung und einer separaten Berufsunfähigkeitsversicherung nicht für sinnvoll erachten. Im Gegenteil: Beide Formen hält der BdV für äußerst wichtig.

Vergleich der Basisrente mit Riester und gesetzlicher Rente

Sowohl die Rürup Rente als auch die Riester Rente werden staatlich gefördert. Wer riestert, erhält jedoch staatliche Zulagen für Einzahlungen, die auf eine minimale und eine maximale Höhe begrenzt sind. Für eine volle Förderung müssen Versicherte jährlich vier Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens einzahlen. Höchstens werden derzeit 2.100 Euro pro Jahr gefördert. Die Rürup Rente ist hingegen nicht mit direkten Subventionen, sondern mit steuerlichen Vorteilen konzipiert. Anders als bei der Rürup Rente kann auch nicht jeder Deutsche einen Riester-Vertrag erhalten. Die Riester Rente steht nämlich nur unter anderem von Arbeitnehmern und Selbständigen offen, die rentenversicherungspflichtig sind. Als Selbstständiger oder Freiberufler hat man daher nur eine Chance, wenn der Ehepartner zur Riester-Förderung unmittelbar berechtigt ist.

Der Unterschied der Basisrente zur Gesetzlichen Rentenversicherung und Riester Rente liegt vor allem in dem fehlenden Kapitalwahlrecht. Die Leistungen können also nicht per einmaliger Auszahlung, sondern nur durch monatliche Ausschüttungen bezogen werden. Eine Gemeinsamkeit zur Gesetzlichen Rentenversicherung besteht hingegen beim Steuersystem, das wir in den nächsten Abschnitten ausführlich erläutern werden.

So funktioniert die Rürup Rente: Steuervorteile während des Beruflebens

Die Rürup Rente setzt also anders als die Riester Rente keine Anreize durch staatliche Zuschüsse, sondern durch Steuervorteile. Die eingezahlten Beiträge können während der „Ansparphase“ als Sonderausgaben beim Finanzamt abgesetzt werden. Auf der anderen Seite gibt es aber eine nachgelagerte Versteuerungen. Das bedeutet, dass die erhaltendenen Rentenauszahlungen versteuert werden müssen. Da die Steuerlast im Rentenalter allerdings in der Regel geringer ausfällt als während des Beruflebens, macht sich dieses Prinzip für den Verbraucher üblicherweise bezahlt. Dieses Steuermodell ist übrigens gleich wie bei der Deutschen Rentenversicherung.

Die Sonderausgaben können allerdings nicht in beliebiger Höhe, sondern nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag abgesetzt werden. Bis 2014 lag dieser bei 20.000 Euro für ledige Personen sowie 40.000 Euro bei Ehepaaren. Seit dem Jahr 2015 ist der Höchstbetrag allerdings an die knappschaftliche Rentenversicherung gebunden. Steigt dort der Beitragssatz (derzeit 24,8 Prozent) und der Höchstsatz (aktuell 89.400 Euro), profitieren davon alle Verbraucher mit einem Rürup Renten-Vertrag. Aktuell liegt die Maximalgrenze für Sonderausgaben bei 22.172 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 44.344 Euro für Verheiratete.

Die Sonderabgaben sind darüber hinaus aktuell allerdings nicht zu 100 Prozent, sondern nur zu 80 Prozent absetzbar. Rürup-Sparer können also derzeit nicht mehr als maximal 17.738 Euro (oder als Ehepaar 35.476 Euro) geltend machen. Der maßgebliche Prozentsatz wird aber nach und nach angehoben (siehe Tabelle). Für das Jahr 2015 können Bürger in ihrer Einkommenssteuererklärung erstmals die Rürup Rente in voller Höhe absetzen.