Die Krux der niedrigen Zinsen



Seit Beginn der Finanzkrise hat die EZB den Leitzins in vielen Schritten auf den radikal niedrigen Wert von derzeit 1,00% gesenkt. Die Federal Reserve in den USA ist noch weiter gegangen, hier liegt der Leitzins derzeit zwischen 0 und 0,25%. Zwar hat das keine direkten Auswirkungen auf die Versicherungen, doch ergibt sich für diese ein Problem: Versicherungen müssen laut Gesetz zu einem gewichtigen Anteil in sichere Anleihen investieren. Das Problem: Sinkt der Leitzins, sinken auch die Renditen dieser Anleihen. Die Versicherung steht nun vor dem Dilemma, wie sie trotz niedrigerer Zinsen ihre Erträge erwirtschaften kann, denn als Kunde möchte man schließlich mit Lebensversicherung und Co auch Geld verdienen. Was also in der derzeitigen Finanz- und Staatsschuldenkrise für die taumelnden Staaten ein Segen ist (niedrigere Zinsen heißen für diese Staaten auch niedrigere Refinanzierungskosten), schadet damit der Versicherungsbranche erheblich. Dies umso mehr vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Garantiezins für alte Versicherungen weiter bezahlt werden muss – unabhängig von der Frage, ob er überhaupt von der Versicherung noch zu erwirtschaften ist. Aus Sicht der Versicherungen wäre eine baldige Abkehr von der Niedrigzinspolitik der internationalen Zentralbanken also sehr wünschenswert. Es ist jedoch zweifelhaft, ob dies in näherer Zukunft geschehen wird.



Leave a Comment