Beste Krankenkasse

Wie finde ich die beste Krankenkasse für 2016?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind doch sowieso alle gleich„. Diese alte Binsenweisheit ist heutzutage längst überholt. Im Jahr 2015 sind die Unterschiede zwischen den Versicherern so groß wie nie. Dazu tragen nicht nur unterschiedliche Beiträge, sondern auch zusätzliche Angebote jenseits des gesetzlichen Pflichtkatalogs bei. Aufgrund dieser Spezialisierung gewinnt auch die Suche nach der besten Krankenkasse Deutschlands immer mehr an Bedeutung.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist weiterhin stark reguliert. 95 bis 96 Prozent der Leistungen sind laut Stiftung Warentest und der Zeitschrift €uro bei allen Krankenkassen gleich. Der einheitliche Pflichtkatalog sorgt dafür, dass alle wichtigen Aspekte der medizinischen Versorgung von allen Krankenkassen erfüllt werden. Jedoch bieten nicht nur die besten Krankenkassen zusätzliche Leistungen, zum Beispiel für zusätzliche Präventionsmaßnahmen, für Homöopathie oder für professionelle Zahnreinigungen an. Auch ein hoher Service im Kundenkontakt und bei der Bearbeitung von Anträgen zeichnen die sehr guten Krankenkassen aus.

Mit der besten Krankenkasse 200 Euro pro Jahr sparen

Die unterschiedlich hohen Beiträge bewegen mittlerweile viele Menschen dazu, nach einer besseren Krankenkasse zu suchen. Gesetzlich festgelegt ist ein Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent des versicherungspflichtigen Einkommens. Die Hälfte davon, also 7,3 Prozent, trägt der Arbeitgeber. Selbstständige und Freiberufler in der GKV müssen selbst die vollen 14,6 Prozent bezahlen. Darüber hinaus dürfen Kassen einen „individuellen Zusatzbeitrag“ erheben. Durchschnittlich werden 0,9 Prozent aufgeschlagen, so dass die Beiträge bei den meisten 15,5 Prozent betragen. Pro 0,1 Prozent Zusatzbeitrag muss ein Versicherter oder eine Versicherte laut dem Wirtschaftsmagazin €uro je nach Einkommen bis zu 4,13 Euro mehr bezahlen. Summiert auf ein Jahr können Normal- und Gutverdiener laut der Stiftung Warentest mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Gesetzlich Versicherte mit einem Lohn von mindestens 4.125 Euro brutto pro Monat geben bei der billigsten Krankenkassen pro Jahr 450 Euro weniger aus. Wer 2.000 Euro verdient, kann durch einen Vergleich immerhin bis zu 200 Euro einsparen.

Vorweg: Wer aktuell die beste Krankenkasse ist, lässt sich nicht mit einem Satz beantworten. Dafür sind die Vorstellungen der Verbraucher an einen guten Versicherer auch zu unterschiedlich. Während der eine möglichst günstig abgesichert sein möchte, legt eine andere Person großen Wert auf eine leistungsstarke Kasse, die in vielen Bereichen über den gesetzlich vorgesehenen Schutz hinausgeht. Daher nennt die Redaktion von rss-versicherung.de in diesem Beitrag auch nicht die eine „beste Krankenkasse“ des Landes. Vielmehr möchten wir auf der Suche nach der besten Krankenkasse 206 behilflich sein, indem wir vorstellen, welche Anbieter in welchen Bereichen besonders empfehlenswert sind.

  • Wer ist besonders günstig?
  • Wer legt Wert auf Familienfreundlichkeit?
  • Wer bezuschusst auch Zahnzusatzleistungen?
  • Und wer die besten Angebote für gesundheitsbewusste Personen, wer für chronisch Erkrankte?

All diese Aspekte können dabei helfen, die optimale Krankenkasse für sich selbst zu finden.

Einfach zur besten Krankenkasse wechseln

1993 gab es in der Bundesrepublik noch 221 Krankenkassen. Die Auswahl ist zwar in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden, aber nach wie vor groß. Derzeit gibt es in Deutschland 123 gesetzliche Krankenkassen. Darunter befinden sich 91 regionale sowie überregional verfügbare Versicherer und 32 Anbieter, die nur Angehörigen bestimmter Betriebe offenstehen.

Im Vergleich zur privaten Krankenversicherung besteht bei der gesetzlichen Absicherung der Nachteil, dass die einmal fixierten Leistungen nicht für die Dauer des Vertrags unveränderlich sind. Was in der PKV einmal vereinbart ist, bleibt bestehen. In der GKV können die Leistungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, jedoch jederzeit gestrichen werden. Zudem können die Zusatzbeiträge angehoben werden. Daher haben Verbraucher zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder schauen sie sich häufiger nach der besten Krankenkasse um
  2. oder bevorzugen ein Unternehmen, das durch seine hohe Finanzstärke sehr wahrscheinlich das derzeitige Niveau auch langfristig halten kann.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat aber auch einen entscheidenden Vorteil: Anders als in der privaten Krankenversicherung darf der Versicherungsschutz niemandem verwehrt bleiben. Es gibt auch keine Gesundheitsprüfung, die ein potenzieller Kunde bestehen muss. Daher ist die Aufnahme bei einer anderen gesetzlichen Krankenkasse vergleichsweise unkompliziert und vor allem ohne Risiko.

Wer eine bessere Krankenkasse gefunden hat, muss lediglich die Kündigungsfrist beachten. Innerhalb der ersten 18 Monate kann die gesetzliche Krankenversicherung nur nach einer Erhöhung der Zusatzbeiträge gekündigt werden. Dabei muss eine Frist von zwei Monaten eingehalten werden. Wer zum Ende des Aprils kündigt, kann also frühestens zum 1. Juli bei einem neuen Anbieter versichert werden.

Werden bestimmte Mehrleistungen gestrichen, gibt es allerdings kein Sonderkündigungsrecht. In diesem Fall ist eine Kündigung erst nach eineinhalb Jahren möglich. Nach Ablauf dieser Frist kann der Kunde ohne Begründung zu einem anderen Unternehmen wechseln. Dabei muss er ebenfalls die zweimonatige Kündigungsfrist beachten.

Auch ein Wechsel zurück zu einem alten Anbieter ist übrigens grundsätzlich möglich, da die vormalige Krankenkasse zu einer Wiederaufnahme verpflichtet ist, wenn der Antragsteller zuvor gesetzlich versichert war.

TK ist Krankenkasse mit meisten Mitgliedern

Bei der Auswahl der Krankenkasse kann es zunächst hilfreich sein, sich an der Mitgliederzahl zu orientieren. Eine hohe Mitgliederzahl der Krankenkassen spricht nicht nur für einen guten Ruf, sondern auch für gute Leistungen und einen vernünftigen Service. Quartalsweise legt der Hintergrunddienst DfK – Dienst für Gesellschaftspolitik Zahlen darüber vor, wie viele Bürger bei den gesetzlichen Krankenversicherern abgesichert sind. Demnach waren im Juli 2015 rund 53,56 Millionen Deutsche gesetzlich pflichtversichert. Nie zuvor in der Historie der GKV gab es mehr Mitglieder. Besonders stark war der Zuwachs von Januar bis Anfang April 2015, als der DfK einen Zuwachs von 311.000 Personen auswies. Von Anfang April bis zum 1. Juli kamen weitere 130.000 neue Mitglieder hinzu. Somit stieg die Anzahl der gesetzlich Vollversicherten allein in der ersten Jahreshälte um gut 440.000 Personen. Das lässt sich sich unter anderem darauf zurückführen, dass viele ehemals Selbstständige eine versicherungspflichtige Arbeit unter der Einkommensfreigrenze gefunden haben.

Allein nach Kunden betrachtet ist die Techniker Krankenkasse die größte Krankenkasse des Landes

Im zweiten Quartalsbericht 2015 konnte die TK ihre erst kürzlich eroberte Spitzenposition deutlich ausbauen. Etwa 55.000 der 110.000 Neuzugänge der GKV schlossen sich dem Unternehmen an, das nun auf gut 6,867 Millionen Mitglieder kommt. Laut der Zeitschrift Finanztest 9/2015 hat das Unternehmen seine Leistungen jedoch minimal gekürzt, indem zum Beispiel die Vergünstigung für die Zahnreinigung gestrichen wurde. Dennoch sind viele Kunden offenbar mit den Leistungen der TK zufrieden, zumal das Filialnetz für die Beratung laut der Finanztest von 210 auf 215 Geschäfsstellen weiter ausgebaut wurde.

An zweiter Stelle folgt die Barmer GEK mit rund 6,7 Millionen Kunden. Anders als die TK hatte die Barmer GEK ein kleines Minus zu verzeichnen, so dass der Rückstand auf den Branchenprimus auf fast 170.000 Versicherte anwuchs. Das kann damit zusammenhängen, dass einige Zuschüsse, zum Beispiel für Osteopathie, gestrichen wurden. Zudem berichtet Finanztest, dass gleich 106 Geschäftsstellen geschlossen wurden. Mit nun mehr 694 Anlaufstellen für Versicherte ist das Filialnetz aber immer noch enger als bei der Konkurrenz.

Redaktionstipp: Informieren Sie sich hier zum Thema Krankenkasse in der Schweiz.